Alte Fotografenweisheit: Wenn das Bild nix taugt, war das Briefing schlecht. Das klingt auf den ersten Blick wie ein dummer Spruch. Aber tatsächlich ist ein mangelhaftes Briefing ist der häufigste Grund, warum Industrieaufnahmen am Ende nicht das leisten, was sie sollen.

Das häufigste Problem ist nicht fehlende Kreativität. Nicht die Technik. Nicht das Wetter. Es ist das Briefing.

Ich erlebe das regelmäßig: Der Auftrag klingt klar, die Bilder kommen zurück – und dann passt die Perspektive nicht zur Präsentation oder das Format nicht zur Kampagne. Die Motive zeigen das falsche Produkt – oder das richtige Produkt falsch. Meistens liegt es nicht am Fotografen. Sondern daran, dass niemand im Vorfeld klar kommuniziert hat, wofür die Bilder eigentlich gebraucht werden. 

Was ein gutes Briefing leistet 

Ein Briefing funktioniert nicht per Online-Formular. Es ist ein Denkprozess. Wer ein Shooting richtig vorbereitet, stellt Fragen, die er vorher nie gestellt hat – und findet dabei oft heraus, dass die eigentliche Aufgabe eine ganz andere ist als gedacht. 

Konkret: Ein gutes Briefing reduziert die Zahl der Korrekturrunden, verhindert Nachbearbeitungen auf eigene Kosten und stellt sicher, dass der Fotograf am Shooting-Tag sofort produktiv ist – ohne zu improvisieren.


 Die 7 häufigsten Fehler im Briefing 

  1. Verwendungszweck bleibt unklar.
    „Für unsere Website" ist keine Aussage. Welche Seite? Welches Format? Header, Thumbnail, Produktseite? 

  2. Kein Formatplan.
    Hochformat für SocialMedia, Querformat für Print, Quadrat für Shop – werden diese Anforderungen nicht vorab geklärt, entstehen Bilder, die technisch gut sind, aber nirgendwo passen.
    Ganz wichtig ist auch die Frage wieviel "Fleisch, also Freiraum, soll um das Hauptmotiv berücksichtigt werden
  3. Keine Moodboard-Referenzen.
    „Modern und hochwertig" bedeutet für jeden etwas anderes. Ein Bild sagt mehr als tausend Adjektive.
  4. Keine Aussage zu Personen.
    Sollen Mitarbeiter im Bild sein? Welche Abteilungen? Mit oder ohne Gesicht? Das braucht Vorlauf – für Freigaben, Styling und Koordination.
  5. Schutzbereiche und Sicherheitsregeln werden verschwiegen.
    Kein NDA, kein Zutritt. Keine Sicherheitsschuhe, kein Zutritt ... Werden diese Punkte erst am Shooting-Tag geklärt, verliert man Stunden.
  6. Produktionsstatus unklar.
    Soll die Maschine laufen? Soll das Produkt fertig oder im Entstehungsprozess gezeigt werden? Das ist ein grundlegend anderes Shooting.
  7. Zeitplan ohne Puffer.
    Aufbau, Abstimmung vor Ort, Maschinenlaufzeiten, Personenwechsel – ein Industrieshooting braucht Luft.
Fotograf und Auftraggeber im Briefinggespräch. KI-generiert
Fotograf und Auftraggeber im Briefinggespräch. KI-generiert. 

Was ins Briefing gehört – die Checkliste 

Schluss mit der Theorie. Hier ist, was ich von jedem Auftraggeber brauche, bevor ich einen Shooting-Tag plane: 

Projektziel
Wofür werden die Bilder eingesetzt? (Kanal, Kontext, Medium)?
Gibt es eine übergeordnete Kampagne oder ein CI?
Welche Botschaft sollen die Bilder transportieren?

Motive und Inhalte
Welche Produkte, Maschinen, Bereiche sollen gezeigt werden?
Sollen Personen zu sehen sein? Wer? In welcher Rolle?
Prioritätsliste der Motive (was ist Pflicht, was ist Nice-to-have?)

Technische Anforderungen
Benötigte Formate und Auflösungen (Print, Web, Social, Messe)
Bildsprache / Look: warm, kalt, dokumentarisch, inszeniert?
Moodboard oder Referenzbilder 

Logistik und Zugang
Adresse, Ansprechpartner vor Ort, Zugangsregelungen
NDA / Geheimhaltung: was darf nicht gezeigt werden?
Sicherheitsvorschriften (PSA, Sperrgebiete, Sicherheitsunterweisung)
Verfügbarkeit der Maschinen / Mitarbeiter an welchen Zeitfenstern?

Freigabe und Nutzung
Wer ist intern für die Bildfreigabe zuständig?
Wie lange sollen die Bilder genutzt werden? (Nutzungszeitraum)
Darf der Fotograf die Bilder in seinem Portfolio zeigen? 

Timing
Wann findet das Shooting statt?
Wann wird die Bildauswahl vom Fotografen zur Abstimmung bereitgestellt?
Wer wählt die Bilder aus und bis wann.
Wann werden die bearbeiteten finalen Bilder geliefert 

Was passiert, wenn das Briefing fehlt?

Ich improvisiere. Das kann gut gehen – und geht es oft auch. Aber es ist eine schlechte Grundlage für ein Ergebnis, das strategisch funktioniert. Ohne klares Briefing liefere ich Bilder, die gut aussehen, aber nicht notwendigerweise das leisten, was Ihr Unternehmen braucht. 

Mein Angebot: Ich führe das Briefing-Gespräch strukturiert mit Ihnen – telefonisch oder per Videocall. 30 Minuten, die oft mehr bringen als drei Stunden Korrekturrunden im Nachhinein.


Ich führe das Briefing-Gespräch strukturiert vorab.
Kontakt aufnehmen oder direkt: fotograf@steffenbuchert.de