HELDENREISE – ISLAND VI

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Tag 5

Tierische Motive

Ein Motiv, um das kein Islandreisender herum kommt, sind Islandpferde. Ob man nun was übrig hat für die kleinen Zossen, oder nicht. Sie sind nunmal allgegenwärtig und halt schon sehr putzig. Außerdem spielen sie gerne mit und kommen auf einen zu, wenn man am Zaun rumlungert. Da es regnet sind die Gäule nass was ihren Mähnen wiederum ein ziemlich verwegenes Aussehen verleiht. Heute gelernt: Pferde mögen Objektive. Mehr als einmal musste ich Nüsternabdrücke von der Fronstlinse wischen.

Islandpferde

Islandpferde

Wir fahren Richtung Osten weiter. Mal sehen, wie weit wir an die Ostfjorde herankommen. Deadline ist heute ganz klar 17.00 Uhr, dann dann macht das „Pakkhús“ auf und wir haben für heute einstimmig noch einmal Steak und Nachtisch eingeplant.

Nach den Pferden sind Rentiere unser nächstes Motiv. Die sind allerdings dramatisch viel scheuer, als ihre Kollegen und verdrücken sich, sobald man näher kommt. Da ich kein besonders tolles Tele dabei habe begnüge ich mit mit Aufnahmen von Rentieren unter Strommasten. Für Viehzeug benötigt man schon etwas mehr als meine 90mm (auf Vollformat umgerechnet ca. 135 mm, in DM umgerechnet 180,–). So 300 mm wären jetzt fein, aber wann brauche ich die sonst schon mal?

Rentiere

Rentiere

Die Gegend hier ist spannend. Die Berge kommen viel näher an die Küste als in der Region in der wir gestartet sind. Das gibt dramatische Kulissen. Jetzt noch ein richtig toller Himmel dazu… Na ja, wirklich sonnig wird es heute auch nicht. Aber zum Glück ist der Himmel nie ganz einheitlich grau. Oft liegt auch ein feiner Nebelschleier über der Küste, vielleicht ist es auch Gischt, der dem Land etwas Mystisches verleiht. Auf jeden Fall gibt es tolle Motive die gut als Szenerie für Game of Thrones und Konsorten dienen könnte.

Heute fotografieren wir viel Richtung Wasser. Auf einem der wenigen Bilder, die ich in die andere Richtung gemacht habe, ärgere ich mich zuerst über die komischen Flecken am Himmel. Später erkenne ich, das es sich um hunderte von Vögeln handelt, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen waren. Möwen, die an den schwarzen Felsen nisten. Zufallstreffer, aber eines der schönsten Bilder des Tages.

Vogelfelsen

Felsen und Vögel

 

Küstenstreifen

Felsen und Wasser

Der Hvalnes Leuchtturm ist die einzige von Menschenhand gefertigte Station, die wir heute fotografieren. Sonst nur Felsen und Wasser. Das Meer hat hier Kraft. Ich bewundere die Fischer, die hier früher mit einfachen Holzbooten hinausgefahren sind. Nicht alle sind zurückgekommen. Heute gibt es keine kleinen Holzboote mehr auf Island, die wurden zugunsten von modernen Fangschiffen zwangsstillgelegt. Die Fischerei hat für Island immer noch existenzielle Bedeutung auch wenn der Anteil der hier Beschäftigten immer mehr zurückgeht ca. 75 % der Exportgüter sind Fische und Fischprodukte.

Den letzten Fotostopp des Tages machen wir an einer Stelle, wo statt Wasser eine Eisfläche vor den Bergen am Horizont liegt. Zumindest am Rand ist das Wasser gefroren und zeigt spannende Oberflächenstrukturen.

Nach dem letzen Klick geht’s zurück nach Høfn. Essenszeit.

Heute gelernt: Beim zweiten Mal muss nichts so sein wie beim ersten Mal. Das Essen ist zwar auch gut, aber nicht sooo wahnsinnig lecker, wie am Vortag. Wahrscheinlich ein anderer Koch, evtl. hat aber auch die interessante Rauchentwicklung in der Küche was damit zu tun.

Second best Rib-Eye-Steak ever

Second best Rib-Eye-Steak ever