Schwarzweißumwandlung

By

Wenn es darum geht farbige Motive in gute Schwarzweißbilder „umzubauen“ muss man sich der gestalterischen Möglichkeiten von Schwarzweiß immer bewusst sein.

Was geht nicht so doll gut:

  • Komplementärfarbkontraste
  • Warm-Kalt-Kontraste
  • farbige Lichterspiele wie z.B. Licht das durch Kirchenfenster fällt
  • alle Effekte, die sich auf subtile Farbwertunterschiede stützen

Was geht super:

  • Zebras 😉
  • Hell-dunkel Kontraste
  • Strukturen bzw. strukturiert/unstrukturiert-Kontrast
  • Texturen
  • Muster
  • Emotionen

Da man in RAW fotografiert (Sollte man wirklich immer tun. Es gibt keine Ausrede!) hat man sowieso das Farbbild auf der Speicherkarte. In Lightroom oder Photoshop (es gibt keine anderen Bildbearbeitungsprogramme. Ehrlich. 😉 ) nutzt man eine „Schwarzweißumwandlung“ Einstellungsebene, um die einzelnen Farbbereiche optimal in gut getrennte Grauwerte umzusetzen.

Eine einfache Umwandlung per „Bild/Modus/Graustufen“ macht keinen Sinn, außer man hat nur 0,5 Sekunden pro Bild – aber dann sollte man es sowieso ganz lassen. Mit der Modusänderung werden die Grauwerte der einzelnen Farbkanäle ziemlich unkontrolliert umgesetzt. Im Beispielbild habe ich mal versucht, das einfache Modusändern per Kanalmixer nachzuvollziehen. Bei dem Beispielbild kann man gut erkennen, dass einfach nur der Grünkanal des RGB-Bildes benutzt wurde. (Links = Modus-Graustufen, Rechts = RGB-Bild per Kanalmixer in Graustufen umgesetzt.)

Da ist noch Luft nach oben.

Original

Original

Schwarzweißumsetzung mit dem Kanalmixer-T

Schwarzweißumwandlung mit dem Kanalmixer-Tool

Kanalmixer

PS

Bei der Nutzung einer Schwarzweißumwandlung-Einstellungsebene kann man ganz fein in 6 verschiedene Farbbereiche eingreifen. Das ist doppelt so viel Kontrolle, wie mit dem Kanalmixer und sechsmal soviel wie bei einfacher Graustufen-Umsetzung. Lightroom (s.u.) bietet sogar Kontrolle über 8 Farbbereiche, wobei Cyan hier ziemlich dämlich mit „Aquamarin“ übersetzt wurde.

LR

 

Schwarzweißumsetzung mit dem Schwarzweiß-Kontrollfeld

Schwarzweißumsetzung mit dem Schwarzweiß-Kontrollfeld

Die folgenden Beispiele zeigen die Möglichkeiten per Schwarzweißumwandlung die Aussage eines Bildes zu verändern.

 

 

Maske 1

Bei diesem Bild geht der Warm-Kalt-Kontrast verloren, allerdings gewinnt das Bild an Drama. Die verbesserte Strukturdarstellung gibt dem Auge etwas zu tun.

Venezianische Masken 2

Das monochrome und warmtonige Bild wird zu zwar gut abgestuften Grauwerten umgesetzt, allerdings könnte der Hintergrund noch unschärfer sein, um den Kontrast zwischen strukturierten und unstrukturierten Bereichen besser zu nutzen. Geht zwar auch in der Nachbearbeitung, aber wenn man clever plant, kann man gleich bei der Aufnahme mit weit geöffneter Blende fotografieren. Dann spielt Schwarzweiß auch seine Stärken aus.

Wenn man also gezielt für Schwarzweiß fotografieren will, sollte man schon bei der Aufnahme die Stärken und Schwächen dieses Stils berücksichtigen.

Und jetzt geht`s wieder raus fotografieren.