Wer im Glashaus sitzt …

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Hingucker

Kennt ihr das: Man läuft so durch eine Stadt und im Vorbeigehen fällt einem etwas auf, das so ein „Hab’-ich-das-gerade-wirklich-gesehen-Gefühl“ auslöst. Ginge mir neulich so, als ich am Chanel Flagshipstore in der PC Hooftstraat vorbeilief.

Ein echter Hingucker

Ein echter Hingucker

Die Fassade ist ordentlich gemauert, wie sich das für Amsterdam gehört, aber irgendwie transparent. Hoppla. Ein Zweiter Blick… tatsächlich…Glas.

Fassaden-Detail

Fassaden-Detail

Das fällt natürlich nicht nur mir auf. Reihenweise bleiben Fußgänger vor den Schaufenstern des Duft- und Couture-Produzenten stehen. Leider die wenigsten, um einzukaufen. Die meisten machen erst den Mund auf, dann ein oder zwei Selfies und sich dann wieder auf den Weg. Evtl. anfassen noch – die Wand.

Nur mal kurz Anfassen

Nur mal kurz Anfassen

Die Fassade ist aus Glasbausteinen gemauert, allerdings nicht komplett, im oberen Teil gehen Glaswand und Mauerwerk gekonnt ineinander über, als wollten zwei Jahrtausende verschmelzen. Das ist schön.

Alt und neu

Alt und neu

Das Konzept und die Ausführung stammen von dem niederländischen Architektur- und Stadtplanungsbüro MVRDV. Die Glasziegel, die in langen Testreihen u.a. an der Technischen Universität Delft entwickelt wurden halten durch transparenten HighTec-Kleber zusammen. Die Konstruktion ist laut MVRDV „in vieler Hinsicht stärker als Beton“.

Die Steine stammen übrigens aus Venedig, der Klebstoff aus Deutschland. In Amsterdam kam dann zusammen, was zusammengehört.

BTW. Das Geschäft im Glashaus läuft mit erneuerbaren Energien, denn es wird auch eine moderne Wärmepumpe eingesetzt, um ganzjährig optimale Shoppingtemperaturen zu bieten.

Chanel Flagshipstore in Amsterdam

Chanel Flagshipstore in Amsterdam

Ach ja, der Umkehrschluss stimmt natürlich auch: Wer im Steinhaus sitzt, sollte auch nicht mit Gläsern werfen 😉